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Dienstag, 6. Juli 2004
"Bloggen? Ich bin doch nicht blöd!"
In den doch reichlich zu findenden kleinen Berichten über die momentan in Wien stattfindende Blogtalk2 (s. itw, swr, smi ...), wird immer wieder mal der Verwunderung darüber Ausdruck verliehen, dass in Deutschland nicht mehr als nur 8000 Weblogs betrieben werden, während es in den USA Millionen sein sollen (von denen die meisten sicher Karteileichen sind). Die vermuteten Gründe für die Zurückhaltung der Deutschen legen nahe, dass es eigentlich nur an Information und Werbung fehlt.
Der häufigste Grund für Skepsis allerdings, der mir vorgetragen wird, wenn ich von dieser obskuren Beschäftigung im echten Leben berichte, ist jedoch: "Warum soll ich denn das, was mich privat beschäftigt, ausgerechnet ins Internet stellen, wo potenzielle 6 Milliarden missgünstige oder schadenfrohe Leser sich darüber hermachen können?"
Ganz ungesund ist diese Skepsis nicht.

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A propos Naturalismus
"Im Gegensatz zu dem, was die Positivisten für möglich hielten, ist ontologische Sparsamkeit nicht durch eine im Lehnstuhl gepflogene "Sprachanalyse" erreichbar, sondern - wenn überhaupt - nur in der Alltgaspraxis."
(R. Rorty, Physikalismus ohne Reduktionsimus, Reclam 1993, S. 53)

Allerdings legen die von Rorty gebrauchten Beispiele selbst den Einwand nahe, dass die Praxis, die z.B. die religiöse Terminologie obsolet gemacht hat, sich doch ganz erheblich den "Lehnstuhlanalysen" eines Gallilei, Newton, Hume und Voltaire verdanken. Andererseits erhält man in Zeiten wie diesen, wo es wieder schicker wird, intellektuelles Opium zu predigen, den Eindruck, dass die fünfhundertjährige Alltagspraxis einer weltlichen Sprache auch ein Ende haben könnte, angetrieben wohl weniger von sprachtheoretischen als von politischen Lehnstuhlanalysenstrategien.

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Über unwesentliche Weblogauseinandersetzungen
Treffend bemerkt von WorldWideKlein:

Weblogger "sind, auch wenn sie es mit Abscheu und Empörung von sich weisen werden, auch nicht anders als andere Menschen, die ein Hobby betreiben - sie sind auch nicht anders als Golf-GTI-Sammler oder Briefmarkenzüchter oder Dackelfahrer. Anders ausgedrückt: Nur ihre Art, ein Weblog zu führen, einen GTI zu wienern, eine Briefmarke abzulösen, einen Dackel zu füttern ist die einzig richtige"
<via itw>

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